Wie alles begann...

Es war Januar 2011, als ich mit einem Freund durch Jamaika reiste. Nach ein paar Tagen in Kingston und in den Blue Mountains wollten wir den Blue Mountain Peak besteigen. Dazu befolgten wir den Lonely Planet Reiseführer Ratschlag und buchten uns eine Unterkunft nahe am Peak, um am nächsten Tag sehr früh morgens loszuwandern und den Sonnenaufgang ganz oben zu genießen. Als wir danach zum ersten mal bei Tageslicht hinab stiegen und auf der unglaublich idyllisch gelegenen Unterkunft wieder ankamen, entschied ich mich instinktiv hier länger zu bleiben (mein Freund wollte weiter reisen und tat dies auch). Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Mehr Entspannung konnte ich nicht bekommen. Keine Straßen, kein Motorenlärm, traumhafte Aussicht, Kolibris, Regenbögen und atemberaubende Sonnenuntergänge sollten mich in den kommenden Tagen für meinen Entschluss belohnen. Zufälligerweise war meine Unterkunft gleichzeitig eine Kaffeefarm. Also entschied ich mich, meine Tage dort sinnvoll einzusetzen und mich an die Kaffeebäume zu stellen und die reifen Kaffeekirschen zu pflücken. Mich befriedigte diese ganz besonders haptische, fast filigrane Arbeit sehr, denn man muss die Kirschen herausdrehen und nicht vom Ast einfach abziehen. Für so ein Grossstadtkind, wie mich, das sonst nur Arbeit am Computer verrichtet, eine ganz neue Erfahrung. Es gleicht an Meditation, denn man muss sich wirklich konzentrieren wohin und wie genau man greift. Man vergisst die Zeit um einen herum und scheint nahezu gedankenfrei. Zu meiner Arbeit gesellte sich auch noch Alex (bzw. ich zu ihm, denn er war schon etwas länger helfend auf der Farm tätig), der später mein Geschäftspartner werden sollte. In der Zeit lernte ich unseren Gastgeber und Farmer kennen. Er ist Rastafari, wie er sozusagen im Buche steht: Dreadlocks wie eine königliche Krone als Turban auf dem Kopf tragend, "Baggy" Hose, ein kurzärmliges Hemd, hoch oben in den Bergen annähernd autark lebend, pflanzt er neben Kaffee im Grunde alles andere an, was in Jamaika wächst bzw. er zum Leben benötigt. Er kocht ausschließlich Ital Food (Vegan, jedoch ohne Salz) hört Reggae Musik und läuft barfuß, egal wohin er geht. Für mich eine ganz besondere Inspiration, da ich mit der realen Rastafari Kultur bisher noch nicht wahrhaftig in Berührung gekommen war. So saßen wir jeden Abend bei ihm, aßen mit ihm und lernten ihn kennen. Er erzählte uns dass er schon immer als Kaffeefarmer gearbeitet hat, allerdings nicht auf seiner eigenen Farm. Um 2009 herum bekam er diese Farm von seinem verstorbenen Onkel vererbt, in der Hoffnung sie zu bewirtschaften und sie weiter zu entwickeln. Es war auch irgendwie seine Art zu reden und auch die Art, wie liebevoll er sich um jede einzelne Kaffeebohne auf dem Trockenbett kümmerte, die mich sehr faszinierte. Im Laufe der Zeit halfen wir auch bei anderen Tätigkeiten aus, wie dem Ausbreiten und Zusammenfegen des Kaffees auf dem Trockenbett, dem maschinellen Schälen der Kirsche von der Bohne oder auch dem Selektieren der grünen Bohnen nach Größe. Da wir Jah B wirklich mochten und von ihm erfuhren, dass er keinen Abnehmer für sein Kaffee hat, kam uns gegen Ende unserer Zeit bei ihm das Bedürfnis, ihn vielleicht mit unseren begrenzten Mitteln zu helfen. Wir nahmen uns ein paar Gramm Rohkaffee mit und wollten man schauen, ob in Berlin denn überhaupt Nachfrage an Jamaika Blue Mountain besteht.


Gesagt, getan. 
In Berlin angekommen traf ich mich mit Joachim Dahmer von der Kaffeerösterei Berlin Kreuzberg. Er war von Anhieb sehr von der Qualität des Kaffees überzeugt und machte mir von Anfang an sehr viel Mut. Ich traf noch ein paar weitere Röstereinen, wie die Einstein Kette. Alle waren von der Qualität des Kaffees sehr angetan. Ich selbst wusste weder was von Kaffee, noch von der Sorte Jamaika Blue Mountain und sollte erst im Laufe der Zeit von diesem wahren "Champagner des Kaffees" erfahren. Ich war bis dato auch überhaupt kein Kaffeetrinker und bis heute trinke ich nur "meinen". Jamaika Blue Mountain. Nun, mit viel Motivation ausgestattet gründeten wir Anfang April 2011 die K&K Coffee Bean UG. 

Naiv und blauäugig überwiesen wir unserem Farmer gleich nach der Gründung Geld um ca 120kg Kaffee bei ihm zu kaufen. Dass dieser bestellte Kaffee erst nach fast 20 Monaten bei uns eintreffen würde, hätten wir zu dieser Zeit nicht für möglich gehalten. Grund dafür war die Jamaikanische Kaffee Behörde (jamaican coffee board ciboj), die im Grunde die Marke Jamaica Blue Mountain Coffee schützt und kontrolliert. Natürlich braucht man von dieser Behörde eine Importeurlizenz auf Käuferseite und auch eine Exporteurlizenz auf Verkäuferseite. Wir lösten also relativ zügig unsere Importeurlizenz für 2500 USDollar (für 2 Jahre gültig) um kurz darauf weiter mit der Nachricht leben zu müssen, dass wir seinen Kaffee nicht bekommen können, solange er noch nicht seine Lizenz halten hätte. Das hängt jedoch wiederum von der Kaffeebehörde ab. Sie prüft über einen gewissen Zeitraum das Anbaugebiet und -gegebenheiten, eingesetzten Dünger, Größe der Farm und proportional die bepflanzte Fläche und wahrscheinlich noch eine Vielzahl anderer Kriterien. Eine lange Zeit des Warten und Bangens, ob unser Farmer seine Lizenz überhaupt erhalten würde, stand an. Und kurz vor Ablauf unserer ersten Lizenz und Erneuerung der nächsten Lizenz bekam er seine Exporteurlizenz und wir bekamen endlich unseren bestellten Kaffee.

Über das Café Tres Cabezas in Berlin konnten wir Kontakt zu einem Hamburger Rohkaffeehändler-Unternehmen herstellen, mit welchem wir immernoch zusammenarbeiten. 

Da wir in den Jahren 2014 und 2015 mit extrem steigenden Rohkaffeepreisen in Jamaika rechnen mussten, konnten wir leider nur sehr geringe Mengen an Kaffee handeln. 

Aus der Not eine Tugend machend, begab ich mich auf die aktive Suche nach einem Produkt, einer Veredelung unseres edlen Kaffees. Nach gut 9 Monaten Forschung Recherche und Rumexperimentieren kam ich auf Coffee Bags. 
Die Coffee Bags sind für mich die beste und ehrlichste Form, diesen edlen Kaffee in einer annähernd wertschätzenden Art, die ihm gebührt, zu zelebrieren. 

Glücklicherweise konnten wir Kontakt zu Herrn Rieser von Coffeestar herstellen, der einen Vertrieb von Konvektionswärmeröster betreibt, sozusagen ein Röster für Kleinstmengen bis 1Kg. Herr Rieser verwies uns an das Café Strauss in der Bergmannstraße in Berlin Kreuzberg, in dem wir zusammen mit Herrn Strauss in langen Tagen etliche Röstprofile erstellten um die beste Röstung für diese Zubereitungsart und für diesen besonders königlichen Kaffee zu erhalten...

Allzeit unterstützend in Sachen Grafik, Logo, Layout unserer Flyer, Visitenkarten und der Verpackung stand uns mein alter Freund Christopher Berger, der studierter Produktdesigner an der UdK Berlin ist, bei.

Über den weiteren Prozess dann demnächst mehr...

BUNAO

ist ein Produkt der 

K & K Coffee Bean UG (haftungsbeschränkt) 

Mehr über uns